„Pflege ist doch etwas Schönes“

„Aktiv & Gesund – Die Messe in Bruchsal“ gab wertvolle Tipps, um mit Freude älter zu werden

Ein Waschbecken mit zwei Haltegriffen? Eine speziell beschichtete Duschwanne, damit man trotz Seifenschaums nichts ausrutscht? Und ebenso rutschhemmende Fliesen? Ja, so etwas gibt es tatsächlich. „Man kann heute sehr viel tun, um sein Bad sicherer zu machen“, sagt Martin Siegel, Chef der Siegel Haustechnik. Und er weiß: Gerade für ältere oder in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen ein ganz wesentlicher Aspekt, wenn es darum geht, ob man weiter zuhause leben kann. Dusche statt Badewanne, alles bodeneben. „Solche Umbauten bieten wir in Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern komplett an“, so Siegel, dessen Betrieb sogar für seinen seniorenfreundlichen Service ausgezeichnet wurde.

Aussteller Regionale Kliniken Holding RKH GmbH_Bild Pia Jäger

Das Ehepaar ist erstaunt über diese spannenden Neuigkeiten und rechnet: „Statt das Geld in ein Heim zu stecken, investieren wir es jetzt lieber in den Umbau unseres Bads“, sagt der ältere Herr. „Denn die hohe Badewanne und die rutschigen Fliesen sind der einzige Knackpunkt in unserem Häuschen.“ So wie das Ehepaar nutzten am Wochenende mehrere tausend Besucher „Aktiv & Gesund – Die Messe in Bruchsal“, um sich über „besseres älter werden“ zu informieren. Zum achten Mal präsentiert die Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH (BTMV) gemeinsam mit dem NAIS-Prozess-Team (Neues Altern in der Stadt) die Messe im Bürgerzentrum.
 
Heuer erstmals an den verkaufsoffenen Sonntag angedockt, um ein noch breiteres Publikum anzulocken. Schließlich dreht es sich auf der Messe um alles, was zu Selbstständigkeit und Lebensqualität, Fitness und Gesundheit im Alter beiträgt. Und dafür sollten sich alle Generationen interessieren. Das bestätigt auch Christiane Rathgeb vom Caritasverband Bruchsal, die von Anfang an bei „Aktiv & Gesund“ dabei ist. „Pflege ist doch etwas Schönes, wir pflegen uns, pflegen unser Haus und unseren Garten“, sagt Rathgeb. „Doch im Alter ist der Begriff negativ belegt.“
 
Warum? Wahrscheinlich weil es immer noch eine Hemmschwelle gebe, sich von anderen pflegen zu lassen. Dabei sollte doch jeder die Hilfe, die es gibt und die ihm zusteht, in Anspruch nehmen. Wer beispielsweise einen häuslichen Pflegedienst nutze, könne länger in seinen eigenen vier Wänden bleiben. „Pflege ist also etwas Positives, etwas, das gut tut“, sagt Rathgeb.
 
Die Messe biete da vielseitige Möglichkeiten, sich über das Leben im Alter und die verschiedenen Hilfen zu informieren. Alles aus erster Hand, stehen doch Mediziner und Pflegekräfte, Kosmetikerinnen, Fitnesstrainer und Handwerker, Seniorenbeirat und Selbsthilfegruppen allen Besuchern Rede und Antwort.
 
„Die Initiatoren haben die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und Aktiv & Gesund zu einer Fachmesse wachsen lassen, die über die Stadtgrenzen Bruchsals bekannt ist“, so Bürgermeister Andreas Glaser bei der Eröffnung der Messe. Insbesondere die Kombination aus Dienstleistern und Ehrenamtlichen mache den großen Erfolg der Messe aus. Bruchsal habe mittlerweile ein großes Netzwerk ehrenamtlicher Helfer, das sich generationenübergreifend unter dem Motto „füreinander miteinander“ für Gesundheit, Prävention und Zusammenleben stark mache. Und das Bruchsal nicht zuletzt die Auszeichnung „Gesunde Kommune“ beschert habe. Gesund älter werden sei eine große Herausforderung für jeden Einzelnen wie für die Stadt, um rechtzeitig die Weichen zu stellen.
 
Wie man das schaffen kann, zeigten die Aussteller wieder auf beeindruckende Weise. Vor allem, weil man auch an vielen Ständen sowie bei den Workshops wieder selbst aktiv werden konnte. Und so war auf der Messe deutlich zu spüren, das Älterwerden absolut nichts für alte Menschen ist. Wer sich in jungen Jahren darauf vorbereitet, kann aktiv bleiben, vorbeugen und sich entsprechend absichern. Und auch jede Menge Spaß haben.

Bürgerempfang der Stadt Bruchsal
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