Comics aus dem Leben und Whiskey aus dem Kraichgau

Fast 100 Aussteller begeisterten bei 26. Hobby- und Kunstausstellung im Bürgerzentrum

Keine Frage, eine ganze Menge Menschen sind eine Sorge los, können entspannt dem Weihnachtsfest entgegensehen. Sie haben nämlich schon alle Geschenke beisammen. Seit dem ersten Adventwochenende. Die Rede ist von den zahlreichen Besuchern der 26. Hobby- und Kunstausstellung, die am vergangenen Wochenende das Bürgerzentrum Bruchsal bevölkerten – und eben fleißig individuelle Geschenke eingekauft haben.

Spielsachen und Bildhalter aus ganz natürlichem Holz, Tiffany-Seerosen, Insektenhotels und Fledermaus-Wohnungen als nachhaltige Präsente für Naturliebhaber, Beton-Nikoläuse und Holz-Engel, Taschen aus bunten LKW-Planen, manche sogar zum Wenden, nasenumschmeichelnde Duftseifen mit Rosen, Zitronengras, Zimt und Orangen – die künstlerische Palette schien unerschöpflich.
 
Vor 26 Jahren habe man mit zehn Ausstellern begonnen, sagte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei der Eröffnung. Heute sei „Hobby und Kunst“ ein Ritual geworden, das die Kreativität in die Weihnachtszeit trage. „Gerade in dieser Zeit brauchen wir Rituale, damit wir uns auf unsere Wurzeln besinnen und Halt finden.“ Andererseits gebe es Gruppen, die mit ihrem gemeinnützigen Engagement seit Jahren schon den sozialen Aspekt in die Ausstellung tragen: wie die Projektgruppe Uganda, Lioba Bös, die gemeinsam mit elf Frauen Puppenkleider näht und den Erlös an ein Kinderheim in Sri Lanka gibt, der Freundeskreis Sri Lanka und die Saalbach-Quilterinnen, die caritative Projekte unterstützen. „Nehmen wir diesen sozialen Blick auf und erweitern ihn auf die Flüchtlinge, die bei uns Schutz und Hoffnung suchen“, so Petzold-Schick. In diesem Sinne wünschte sie allen „besonders in diesem Jahr friedvolle Weihnachten.“ Für eine besinnliche Stimmung sorgte der Kinderchor der Musik- und Kunstschule, der während der Eröffnung nikolausbemützt stimmungsvolle Weihnachtslieder sang.
 
Beim anschließenden Rundgang gab es nicht nur für die OB so manches zu entdecken. Selbstgemachtes Früchtebrot und Plätzchen neben lebensechten Puppenunikaten, funkelndem Modeschmuck mit Swarowski-Steinen, Süßwasserperlen, aus Silber und Papier, gehäkelt und geflochten. „Alles Gute, was man aus einer Streuobstwiese machen kann“, hatte Michael Schreiber mitgebracht: Essige, Most, Destillate aus Birnen, Äpfeln, Himbeeren, ja selbst aus Vogelbeeren. 2001 habe er von der Oma eine Streuobstwiese geerbt. Hergeben oder was draus machen. „Wir haben uns entschieden, was draus zu machen und einfach losprobiert“, erzählte der Karlsruher. An Ideen mangelte es nicht. Alles ist handgemacht, von Anfang an. Ohne Zusatzstoffe. „Alles echt, Natur pur.“ Und das schmeckte man denn auch, wie beispielsweise beim Badischen Single Malt Whiskey mit Malz aus dem Kraichgau.
 
Neben Honig und ayurvedischen Tees sitzen schmunzelnde Teddys, warten selbst genähte Kleider mit Piraten und lustigen Tieren auf fidele Babys und Wendemützen aus Filz und Walk auf modebewusste Damen. Es gibt Skulpturen aus Holz, gedrechselte Kugelschreiber, beschriftete Natursteine und schelmische Wichtel. Wer ein Gemälde suchte hatte die Wahl zwischen Öl und Aquarell, Acryl auf Eisen und Leinwand.
 
Wer lieber kleine Bildchen mag, war bei Iris Leier genau richtig. „Comics sind mein Ding“, sagte sie und lachte. Früher habe sie sie nur gelesen, dann habe sie mit Strichmännchen angefangen. Heute sind ihre Figuren unverkennbar, meist mit überdimensionaler Knubbelnase. Mit ihren Cartoons erzählt Iris Leier Geschichten und Szenen aus dem „Alltagskarussell, Schwerpunkt Ehe“. Situationen, die ihr berichtet wurden oder die ihr selbst passiert seien. Immer mit einem Augenzwinkern. „Denn ich lache auch gerne über mich selbst.“

Bürgerempfang der Stadt Bruchsal
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