Beseelte Engel und Gemälde mit Kaffeesatz

Fast 100 Aussteller machten 27. Hobby- und Kunstausstellung zum Genuss für alle Sinne

Seine Engel sollen raus in die Welt. Raus zu den Menschen, um ihnen ihre Energie zu schenken. Eine Eingebung sei es gewesen, die Harry Brenneisen dazu brachte, „Engel aus Eichenstämmen zu befreien“. Ausgerechnet einen studierten Naturwissenschaftler. Doch indes: „Als Kind wollte ich immer Schreiner werden; und das bin ich sozusagen jetzt.“ Vorlagen hat der Brettener keine. „Ich säge die Engel mit meiner geistigen Schablone aus, sehe sie genau vor mir.“ Und das immer unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter. „Damit sich draußen die kosmische Energie auf die Engel überträgt“, erzählt Brenneisen. Und irgendwie spürt man das auch: die kleinen Wesen sind beseelt, stecken voller Kraft.

Keine Frage, diese besonderen Engel fallen bei der Hobby- und Kunstausstellung ins Auge. Sind eines von vielen neuen Highlights, die Marie-Noëlle Munch von der Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH ins Bürgerzentrum Bruchsal geholt hat. Fast 100 Aussteller sind bei der 27. Auflage mit dabei, manche sogar von Anfang an. „Genau diese Mischung aus Traditionellem und Neuem ist es, die den Reiz der Ausstellung ausmacht“, sagte denn auch Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei der Eröffnung. Angefangen habe man mit zehn Künstlern. Und heute gehöre die „Hobby-und-Kunst“ zum gelebten Advent in Bruchsal längst dazu.
 
Insbesondere dankte die Oberbürgermeisterin der Projekthilfe Uganda, dem Freundeskreis Sri Lanka und den Saalbach-Quilterinnen, die ihre Arbeiten für soziale Zwecke verkaufen. „Wir haben vor gut zwei Monaten mit den Bastelarbeiten und dem Backen begonnen“, erzählt Christel Henecka von der Projekthilfe Uganda, die damit vor allem auf das ehrenamtliche Engagement der Gruppe aufmerksam machen möchte. Begleitet wurde die Eröffnung von „jekasi“-Kindern, die sogar Weihnachtslieder in mehreren Sprachen sangen. Und dann ging er los, der Bummel entlang der vielen Stände.
 
Gebannte Blicke zog beispielsweise Elmostafa Rahali auf sich, der wunderschöne Schatullen aus Thuja-Holz bearbeitete und Intarsien wie Puzzle zusammensetzte. Schon in Marokko, seiner Heimat, hat er mit seinem Vater dieses schokoladenbraune Holz in die schönsten Accessoires verwandelt. „Es macht mir Freude, mit diesem Naturmaterial zu arbeiten und all mein Herz in jedes Stück zu legen.“
 
Vorbei geht es an Teddybären, Walldorf-Puppen und gehäkelten Schnecken, an knallbunten Mützen aus Wolle oder Filz, vorbei an hochwertiger Porzellan-, Keramik- und Glaskunst. Und immer wieder steigen Nasen umschmeichelnde Düfte empor. Hier die weihnachtlichen Gestecke riechen nach Moos und Tannengrün, dort die handgemachten Seifen nach Rosen, Lavendel und einer Mischung aus Lemongras und Rosmarin. Keine Frage, überall dominieren natürliche Materialen; in den selbstgebrannten Obstschnäpsen und Likören ebenso wie in den Marmeladen und Fruchtaufstrichen, selbst in den Schmuckstücken aus Edelsteinen und Süßwasserperlen.
 
Ja sogar in den Gemälden der Kronauer Kunstmalerin Eva Vogt. In manchen hat sie Wolle, Holz und Kaffeesatz verarbeitet, andere mit Bienenwachs zum Glänzen gebracht. „Ich experimentiere gerne und lasse die Materialien in meinen Bildern mitsprechen“, sagt Eva Vogt. „Man weiß nie, was mit ihnen passiert, aber sie inspirieren mich.“
 
Ein Genuss für alle Sinne, so entpuppte sich die 27. Hobby- und Kunstausstellung. Im Nu hatte man so allerlei Geschenke für seine Lieben beisammen – jedes Stück ein Unikat. Und man hatte interessante Menschen kennengelernt, die jedem ihrer Arbeiten ein ganz besonderes Leben einhauchen.
 
Weitere Informationen: BTMV, Projektleiterin Marie-Noëlle Munch, Am Alten Schloss 22, 76646 Bruchsal, Telefon 07251 505 94-12, E-Mail: marie-noelle.munch@btmv.de

Bürgerempfang der Stadt Bruchsal
SWR3 Elch Party
Baden-Württemberg-Tag 2015