Vom Versuchsballon zur Erfolgsstory

50 Aussteller informierten bei der siebten „Aktiv & Gesund“ wieder Besucher aller Generationen

Interessiert schaut der junge Mann die Leselupe an. Lässt sich erklären, wie diese sogenannte vergrößernde Sehhilfe bei Zeitung lesen und Fernsehen hilft. „Das wäre doch was für Opa, der sieht trotz Brille so schlecht.“ Also will er nächste Woche gleich mit seinem Großvater den Optiker aufsuchen.

Genau so soll es sein: Die Messe „Aktiv und Gesund“ will nicht einfach nur ältere Menschen ansprechen und informieren, sondern alle Generationen. „Wir sind zum zweiten Mal dabei“, sagt Andreas Beierer von Optiker Richter, „und immer sind wir von der großen Resonanz positiv überrascht.“ Denn in der Tat kämen nicht nur Frauen und Männer mit Sehproblemen an den Stand. Oft seien es jüngere Angehörige, die feststellten, dass das genau die Hilfe für die Eltern oder Großeltern sei.
 
Mit heuer 50 Ausstellern – so viele wie nie – ist die Messe „Aktiv und Gesund“ längst aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen. Sie präsentiert in ihrem siebten Jahr alles, was den Weg des gesunden, fitten und mobilen Älterwerdens so angenehm wie möglich macht. Und eben auch die breite Palette an Hilfen bei Krankheiten und Pflegebedürftigkeit. Mit dabei ambulante Pflegedienste und –einrichtungen, verschiedene Dienstleister, die für gesunde Füße, gerade Wirbelsäulen und tiefen Schlaf sorgen, die über Sehhilfen, orthopädische Schuhtechnik und Hörgeräte informieren sowie Tipps für Schönheit und gesunde Ernährung parat haben. Eines haben indes alle Aussteller gemeinsam: Sie wollen Ängste nehmen, Hilfen und Unterstützungen anzunehmen. Zum Beispiel die „Lymph Profis“: Wer Kompressionsstrümpfe brauche, müsse sich nicht schämen. „Kompression ist modern“, sagt Sonja Notheis, die selbst trendig pinkfarbene Kompressionsstrumpfhosen trägt.
 
An vielen Ständen sowie bei den Workshops kann man wieder selbst aktiv werden. Man darf in ein überdimensionales Augenmodell schlüpfen und im Rollstuhl-Parcours der Arbeitsgruppe „Menschen mit und ohne Handicap“ sein Geschick testen. Nicht zu vergessen die Sportangebote, die beispielsweise zeigen, dass Zumba jungen wie älteren Damen und Herren ungemein Spaß macht. Und die zeigen, dass auch demenziell erkrankte Menschen mit ihren Angehörigen begeistert tanzen.
 
Über allem breitet sich eine zentrale Botschaft aus: Älterwerden ist nichts für alte Menschen. Wer sich in jungen Jahren darauf vorbereitet, kann aktiv bleiben, vorbeugen und sich entsprechend absichern. Oder mit den Worten von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick gesagt: „Gesundheit, Alter und Prävention sind kommunale Themen.“ Das habe Bruchsal früh erkannt, wie die weit über die Stadt bekannte Messe zeige.
 
Das Geheimnis der Messe „Aktiv und Gesund“ liege, so Dieter Müller vom NAIS-Prozess-Team (Neues Altern in der Stadt), freilich in der Zusammenarbeit von Hauptamt und Ehrenamt. „Wir haben vor sieben Jahren mit einem Versuchsballon begonnen. Doch durch die vorbildliche Unterstützung von BTMV und der Stadt mit Volker Falkenstein ist unsere Messe zu einer Erfolgsstory geworden.“

Bürgerempfang der Stadt Bruchsal
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