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Chronik Bruchsal

976

Erste bekannte urkundliche Erwähnung von Bruchsal als „Bruohsella“ (= Herrenhof im Sumpf). Kaiser Otto II. stellt im hiesigen Königshof eine Urkunde zugunsten des Klosters St. Bavo in Gent aus.

 

996

Kaiser Otto III. unterzeichnet in Bruchsal eine Urkunde, in der zum ersten Mal der Begriff „ostarrichi“ (= Österreich) für die Bezeichnung einer bestimmten Region auftaucht.

 

1002

Bruchsal ist Schauplatz eines bedeutenden geschichtlichen Ereignisses:

Am Remigiustag (1. Oktober) nimmt hier Heinrich II. die Unterwerfung seines Rivalen Hermann von Schwaben entgegen. Als „Friede von Bruchsal“ hat diese Begebenheit Niederschlag in den Geschichtsbüchern gefunden.

 

1056

Heinrich III. schenkt seine Besitzungen im Bruhrain samt dem Bruchsaler Königshof dem Speyerer Bischof Konrad I. Bis zum Jahre 1803 gehört Bruchsal nun zum Hochstift Speyer.

 

1067

Heinrich IV. wohnt zeitweise in Bruchsal.

 

1248

Bruchsal wird in einer Urkunde erstmals als „oppidum“ (= Stadt) bezeichnet.

 

1277

erscheint das Speyerer Bischofkreuz im Bruchsaler Stadtsiegel.

 

1358

Der Bergfried, das älteste noch erhaltene Bauwerk der Stadt (direkt neben dem 1987 errichteten Bürgerzentrum gelegen), wird unter Bischof Gerhard von Ehrenberg erbaut.

 

1447

Grundsteinlegung zum Chor der Stadtkirche „Unsere Liebe Frau“.

 

1460

Erste Münzprägungen in Bruchsal.

 

1502

Erster gescheiterter „Bundschuh“-Aufstand des Untergrombacher Bauernführers Joß Fritz.

 

1525

Der Bauernaufstand erreicht seinen Höhepunkt und wird von den Truppen des Kurfürsten niedergeschlagen.

 

1622

Im Dreißigjährigen Krieg wird Bruchsal von Mansfeld Truppen verwüstet.

 

1644

Die französische Garnison aus Philippsburg plündert Bruchsal.

 

1689

Totale Zerstörung der Stadt im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges unter Befehl des französischen Generals Duras. Bruchsal zählt noch 130 Einwohner.

 

1716

Der Bischof von Speyer, Heinrich von Rollingen, übersiedelt nach Bruchsal und macht somit die Stadt zur Residenzstadt des Fürstbistums Speyer.

 

1719

Kardinal Damian Hugo von Schönborn wird neuer Fürstbischof. Er entschließt sich, seine Residenz nach Bruchsal zu verlegen.

 

1722

Grundsteinlegung zum Schlossbau.

 

1742

Nach Plänen vor Balthasar Neumann wird mit dem Bau der Barockkirche St. Peter begonnen. Als einziges Bruchsaler Gotteshaus hat sie den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden.

 

1743

Damian Hugo von Schönborn stirbt im Alter von 66 Jahren. Unter seinem Nachfolger Franz Christoph von Hutten werden die Schlossanlagen und die Peterskirche vollendet.

 

1750

Bau der Wasserburg mit Reservoir im heutigen Stadtgarten. Von hier aus wurde die zentrale Wasserversorgung für den gesamten Schlossbereich geregelt.

 

1753

Gründung des heutigen Schönborn-Gymnasiums durch Fürstbischof Franz Christoph von Hutten.

 

1777

Spitalgründung (heute Fürst-Stirum-Klinik) durch Damian August von Limburg-Stirum.

 

1803

Bruchsal wird vom badischen Markgrafen in Besitz genommen und verliert somit seine Stellung als Residenzstadt.

 

1806

Markgräfin Amalie von Baden macht das Bruchsaler Schloss zu einem ihrer Witwensitze.

 

1815

Nach dem Ende Napoleons weilten im Bruchsaler Schloss der russische Zar, der Fürst Metternich und der König von Preußen.

 

1843

Die Bahnlinie Heidelberg – Bruchsal – Karlsruhe wird eröffnet, Bruchsal erhält einen Bahnhof und ist somit an das sich in den folgenden Jahrzehnten ausbreitende Schienennetz angeschlossen.

 

1848

Das „Neue Männerzuchthaus zu Bruchsal“ wird nach den Plänen des bekannten Baumeisters Heinrich Hübsch fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben. Die ersten Insassen waren übrigens zahlreiche Revolutionäre der Jahre 1848/49.

 

1849

Bei dem Gefecht bei Ubstadt werden die Aufständischen von Kronprinz Wilhelm zurückgeschlagen.

 

1856

Einführung der Gasbeleuchtung.

 

1884

Gründung der „Städtischen Volksbücherei“.

 

1889

Nach Erfindung der Telefone werden nun auch in Bruchsal die ersten Apparate installiert.

 

1902

Eröffnung des „Städtischen Museums“.

 

1906

Bau des Fürst-Stirum-Hospitals.

 

1938

Die große Synagoge (beim heutigen Feuerwehrhaus) wird zerstört und die jüdische Bevölkerung deportiert.

 

1945

Bei einem Bombenangriff werden 80% der Innenstadt nahezu vollständig zerstört, über 1000 Menschen verlieren ihr Leben.

 

1956

Nach einem Jahrzehnt Wiederaufbau wird Bruchsal „Große Kreisstadt“.

 

1969

Gründung der Jugendmusikschule (heute Musik- und Kunstschule).

 

1971 – 1974

Eingemeindung der heutigen Stadtteilen Obergrombach, Untergrombach, Büchenau, Helmsheim und Heidelsheim.

 

1975

Dreißig Jahre nach der Zerstörung ist der Wiederaufbau des Schlosses abgeschlossen. Nach seiner Wiedereröffnung erstrahlt es in neuem Glanz und ist ein Publikumsmagnet für zahlreiche Museumsbesucher und Kunstfreunde.

 

1976

Bruchsal feiert seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren.

 

1984

Die „Sammlung Jan Brauers“ eine einzigartige Kollektion mechanischer Musikinstrumente, findet im Schloss ihr neues Zuhause.

 

1987

Nach dreijähriger Bauzeit wird das „Bürgerzentrum“ eingeweiht.

 

1994

Bruchsal überschreitet erstmals die 40.000-Einwohner-Marke.

 

1998

Mit der Gründung und Errichtung der „international University in Germany“ auf dem Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne werden in Bruchsal neue Wege bei der Hochschulausbildung beschritten.

 

2000

Inbetriebnahme des hochmodernen Trainingszentrums der seit 1952 in Bruchsal ansässigen Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg.

 

2002

Mit zahlreichen Veranstaltungen erinnert die Stadt Bruchsal an die gescheiterte Bauernerhebung unter Joß Fritz vor 500 Jahren.

 

2004

Erfolgreiche Ausstellung im Schloss Bruchsal anlässlich des 100. Geburtstags von Salvator Dali. Bleibenden Eindruck hinterlassen die „Brennenden Giraffen“ des Bruchsaler Künstlers Klaus Wendel.

 

2006

Zahlreiche historische Jubiläen geben Anlass zu Veranstaltungen und Ausstellungen, darunter „725 Jahre Ersterwähnung von Büchenau“, „300. Geburtstag von Fürstbischof Franz Christoph von Hutten“ und „250 Jahre Belvedere“.

 

2008

An das 650-jährige Bestehen des Bergfrieds erinnert die Stadt Bruchsal mit einem Jahresprogramm "Mittelalter in Bruchsal".